Das Gerede von gestern

Vielleicht ist es Ausdruck höchster Leistungsfähigkeit, Einschätzungen und Haltungen so flexibel justieren und anpassen zu können, wie es  konsumfokussierte Hochgeschwindigkeits-gesellschaften zu erfordern scheinen. In der vergangenen Woche wurde von verschiedenen Medien auf eine neue Studie des Bundesumweltministeriums hingewiesen, wie es die Deutschen mit dem Klima- und Umweltschutz halten. Je nach Lesart und Standpunkt ist die Interpretation der Ergebnis entweder ermutigend oder, sagen wir mal, ernüchternd.

Die Zahlen legen laut Ministerium nahe, dass eine überwältigende Mehrheit der Befragten sich einen Alltag mit sehr viel weniger (verbrennungs-)motorisiertem Vekehr nicht nur vorstellen, sondern sogar wünschen würde. Dafür würde man auch das eigene Fahrzeug – „unter bestimmten Umständen“ – mal öfter stehen lassen.  Nachhaltigkeit, so die Autoren der Studie, sei endlich „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“.

Alle Achtung, eine interessante Aussage. Die Bewertungen des Ministeriums bedürften, liest man genauer nach, durchaus einer Erklärung. Der Markt zumindest spricht eine klare Sprache. Auch die immensen Investitionen der Industrie in zukünftige (große, schwere und leistungsstarke) Modelle lassen eigentlich nicht auf eine neue mobile Bescheidenheit schließen, die man den ministerialen Interpretationen zufolge vermuten könnte. Zugegeben, es ist wohl eine der schwierigsten Herausforderungen: Die Umwelt schützen und gleichzeitig an traditionellen Lebensstilen fixiert bleiben.